Quartierplanung Stadtteil V (Breitenrain/Lorraine) ist veröffentlicht

Quartierplanung Stadtteil V
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Stadt Bern, Lage des Stadtteil V

Die Quartierplanung Stadtteil V (Breitenrain/Lorraine) ist Grundlage für Entscheide zur Nutzung, Erschliessung und Gestaltung der Bauzonen und zur Weiterentwicklung der bau- und planungsrechtlichen Instrumente. Sie wurde vom Gemeinderat in Kraft gesetzt.

Die Quartierplanung Stadtteil V zeigt auf, wie sich der Stadtteil Breitenrain/Lorraine baulich, funktionell und bezüglich der öffentlichen Freiräume entwickeln soll. Der Stadtteil V gilt heute als urban und weltoffen und ist dabei doch überschaubar und mit dem Stadtzentrum bestens verbunden. Er wird deshalb als Wohn- und als Arbeitsort gleichermassen geschätzt. Ziel der Quartierplanung ist es, günstige Voraussetzungen zu schaffen um ein möglichst harmonisches Nebeneinander der verschiedenen räumlichen Nutzungen (Wohnen, Arbeiten, sich Erholen) und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten. So soll das Wohnungsangebot insbesondere im Bereich der grossen Wohnungen erhöht und die Qualität des Wohnumfeldes bereits bestehender Wohnungen erhalten werden. Dies soll einerseits durch eine klar spürbare Trennung zwischen den Eventnutzungen im Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf und den Wohnquartieren geschehen. Anderseits müssen wichtige nützliche Infrastrukturen (z.B. Allmend) bequem und direkt erreichbar sein. Diese sind zudem auch gute Voraussetzungen von denen Firmen und Dienstleistungsbetriebe profitieren können.<

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Markus Dütschler, Der Bund, 28.5.10

Events, Verkehr und Wohnen unter einem Hut

Der Gemeinderat hat die Quartierplanung für den Stadtteil 5 Lorraine-Breitenrain in Kraft gesetzt.

 Auf 62 Seiten legt der Berner Gemeinderat dar, wie er den Stadtteil 5 Lorraine-Breitenrain in den nächsten Jahren entwicklen will. Wer im Dossier des Stadtplanungsamts blättert, um zu erfahren, wo genau die Tramlinie nach Ostermundigen verlaufen wird oder wo Parkplätze aufgehoben werden, findet keine Antwort. Die Quartierplanung enthält Strategien, Fernziele und prinzipielle Überlegungen. Geht es um konkrete Projekte, wird der Stadtrat Details beraten und Kredite sprechen, und einiges wird vom Volk an der Urne entschieden.

Konflikt wird "ausbalanciert"
 Oft verstecken sich hinter gewählten Formulierungen Konflikte. So heisst es über den Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wankdorf, es bestehe das Ziel "einer kontinuierlichen Ausbalancierung der übergeordneten Entwicklungsstrategien und der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung". 2004, als der Gemeinderat einen Verkehrsrichtplan für das Nordquartier in die Mitwirkung schickte, erntete er harsche Kritik und "grenzenlose Enttäuschung" beim Verein Läbigi Stadt, weil eine Wabenlösung nicht einmal als Variante vorgeschlagen wurde. Dieses Stichwort findet sich auch in der vorliegenden Planung nicht. Stadtplaner Christian Wiesmann sagt zum Konflikt Wohnen und Verkehr, solche gebe es in einer Stadt immer. Es sei die Absicht, etwa den Verkehr um das national bedeutende Stade de Suisse und das Bedürfnis nach ruhigem Wohnen unter einen Hut zu bringen. "Die Nutzer des Stadions sollen nicht ins Quartier hineinfahren." Der sich im Bau befindliche Wankdorfkreisel sei ein wichtiges Bauwerk, das genau diesem Zweck diene.

Lorraine: Kein "Schickimicki"
 Die Lorraine gilt im Plan als "lebendiges Quartier" mit einem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten. Die Wohnnutzung soll verstärkt werden. Ein Beispiel: Ein Garagenbetrieb hat das Quartier bereits verlassen, damit dort Wohnungen entstehen können. Inzwischen sind die nomadisierenden Stadttauben mit ihren Wohnwagen verschwunden. Vor Jahren schon monierten Kritiker, die Lorraine werde zum Schickimicki-Viertel "gentrifiziert" und dadurch für kleine Einkommen unerschwinglich. Die Stadtplanung schreibe nicht vor, welche Art von Wohnungen zu bauen seien, so Wiesmann.

Projekt Quanterra auf Eis gelegt
 Ein Spannungsfeld liegt auch auf dem Kasernenareal. Laut Wiesmann hat der Kanton das Projekt Quanterra samt Hochhaus "auf Eis gelegt". Letzteres hatte für Aufregung gesorgt. Die Stadt erachtet das Projekt als nicht quartierverträglich. Laut Quartierplanung sollen "im Spannungsfeld zwischen historischem Quartier und ESP neue Nutzungen definiert werden". Vom Breitenrainplatz in Richtung Osten zum Zentrum Paul Klee postuliert der Plan eine Fussgängerverbindung. Derzeit gibt es viele Zäune im Bereich von Militärbauten, die dem entgegenstehen.

Verkehrsader, aber keine Grenze
 Die Hauptstrassen Nordring, Stand-, Winkelried- und Papiermühlestrasse sowie Viktoriastrasse und -rain bilden den Basisnetzring des Quartiers. Hier fliesst der Grossteil des Verkehrs. Das wird auch künftig so sein, doch sieht die Quartierplanung vor, dass die Hauptachsen nicht mehr so sehr als Trennlinien wirken. Dank Verkehrsinseln, allenfalls sogar Übergängen oder Unterführungen soll es leichter werden, auf die andere Strassenseite zu gelangen. Zu den sinnlosen Leerflächen in der Strassenmitte am Nordring, die durch Reduktion von Fahrspuren geschaffen wurden, äusserte sich Wiesmann nicht. Es sei aber die Absicht, gewonnene Flächen so zu nützen, dass Fussgänger oder Velofahrer wirklich davon profitierten.

Tramlinie nach Ostermundigen
 Über die Tramlinie nach Ostermundigen, die der Route des 10er-Busses folgen wird, heisst es: Der Schienenstrang solle so ins Quartier integriert werden, dass er es nicht trenne. Der Aareraum, die prägende Flussschlaufe, soll als Naherholungsgebiet aufgewertet werden, womöglich durch einen Veloweg.

 Die Umsetzung der Quartierplanung erfolgt in den nächsten 10 bis 15 Jahren. Der Gemeinderat hat in der Vergangenheit bereits Quartierplanungen für andere Stadtquartiere in Kraft gesetzt.


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