Schweizer Luxus-Gemeinden: Die Angst als Ghetto für Reiche zu enden

Andrea Keller, «Rendez-vous» (DRS 1), 03.06.2010
Gemeinden machen sich stark für bezahlbare Wohnungen

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Um nicht als Ghetto für Reiche zu enden, greifen besonders attraktive Gemeinden in den Wohnungsmarkt: Sie verpflichten Grund- und Immobilien-Eigentümer, zumindest einen Teil ihrer Wohnungen zu zahlbaren Preisen anzubieten. Jüngstes Beispiel ist die Gemeinde Meggen.

Kommentar
Der Artikel zeigt deutlich auf, dass in der Schweiz eine massive wohnräumliche Segregation zu beobachten ist.
Jedoch zeigt der Artikel auch auf, dass es den Gemeinden – obwohl dies als solches dargestellt wird – keineswegs daran gelegen ist, wirklich günstigen Wohnraum bereit zu stellen. Dies verdeutlicht etwa die Definition von "Günstigem Wohnraum" und "moderaten Preisen" der Gemeinde Meggen (Luzern), welche im Artikel als Beispiel dient, klar auf. So soll eine 4,5 Zimmer-Wohnung, welche als günstig und moderat definiert wird, nicht mehr als 2'500 CHF kosten. Als Vergleich, die Stadt Bern definiert "günstige Wohnungen" wie folgt (Quelle: link_ikon bern.ch):
  • 4-Zimmer-Wohnung unter CHF 1'100 pro Monat
  • 3-Zimmer-Wohnung unter CHF 900 pro Monat
  • 2-Zimmer-Wohnung unter CHF 700 pro Monat
  • 1-Zimmer-Wohnung unter CHF 500 pro Monat
Das Selbe zeigt auch die Definition des – ohnehin schwammigen Begriffes – der "ausgewogene sozialen Durchmischung". Denn als Ausgleich zu den Superreichen sollen in der Gemeinde vor allem Menschen mit einem Einkommen ab 8'000 CHF wohnhaft werden und bleiben. Konkret sollen BänkerInnen, LehrerInnen, Versicherungsangestellte etc. angesprochen werden. Zum Vergleich, der Durchschnittslohn in der Schweiz liegt (Stand 2008, Quelle: link_ikon bfs.admin.ch) bei 5'777 CHF.


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