Tutorium` Arbeit und Ökonomie

Veranstaltung 9, 27. April 2009

Christian Zeller: Globalisierung der Arbeit und der Verunsicherung
Christian Zeller, Professor für Wirtschaftsgeographie an der Uni Salzburg mit Berner Vergangenheit, versucht in seinem Beitrag die wirtschaftliche Globalisierung mit der Verbreitung flexibler Anstellungsverhältnisse zu verbinden. Dazu wendet er das Konzept der industriellen Reservearmee von Marx auf die Gegenwart an.

Seit den 1970er-Jahren kann, laut Zeller, eine Machtsteigerung des konzentrierten Anlagekapitals beobachtet werden. V.a. institutionelle Anleger verfügen über grosse Kapitalreserven, die sie gewinnbringend anlegen wollen. Wurde das überschüssige Kapital bisher in sichere Staatsanleihen investiert, so wandten sich die institutionellen Anleger anfangs der 1990er-Jahren aufgrund der sinkenden Zinssätze vermehrt der Aktien von transnationalen Grossunternehmen zu. Die neuen Anleger forderten höhere Gewinne. Dies brachte Unternehmen dazu, vermehrt im Ausland zu investieren, wo höhere Profite zu erwarten waren.

Diese Neuorientierung der Grossunternehmen wurde erleichtert durch den Einstieg Chinas, Indiens und der ehemaligen Ostblockstaaten in den Welthandel. Besonders China wurde zu einer „Deponie“ für überschüssiges, westliches Kapital. Die zunehmende wirtschaftliche Globalisierung führte auch zu einer Globalisierung der Arbeit.

Zeller identifiziert drei Faktoren für die Globalisierung der Arbeit. 1. Handelsliberalisierung und Kapitalmobilität. 2. Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologie. 3. Liberalisierung der Arbeitsmärkte in den aufstrebenden Schwellenländern. Diese drei Faktoren führten zu einem globalen Arbeitsmarkt, in dem sich die Lohnabhängigen in einem weltweiten Wettbewerb miteinander befinden. Die Metropolländer erschliessen sich diesen Arbeitsmarkt durch Verlagerungsprozesse vor Ort, Porduktionsauslagerungen, Direktinvestitionen ins Ausland mit anschliessendem Import und Migration.

Zeller wendet nun das Konzept der industriellen Reservearmee auf den globalen Arbeitsmarkt an. Marx bezeichnete mit diesem Begriff eine grosse, flexibel einsetzbare Masse von unterbeschäftigten Menschen, die vollständig dem Kapital zu Verfügung steht. Enstanden ist diese Reservearmee, welche sich in vier Formen der relativen Überbevölkerung ausdrückt, durch die wachsende Einbindung von Menschen in den kapitalistischen Produktionskreislauf. Die vier Formen der relativen Überbevölkerung nach Marx sind:
  • Die flüssige Überbevölkerung bezeichnet die Opfer konjunktureller Schwankungen.
  • Latente Überbevölkerung entsteht hingegen durch den anhaltenden Fluss von Menschen aus dem Land in die Stadt.
  • Unter stockende Überbevölkerung werden langfristig Unterbeschäftigte verstanden.
  • Der Pauperismus schliesslich bezeichnet Arme und Invalide, letzlich Menschen die aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind.
Diese Formen der Überbeschäftigung transferiert Zeller aus dem europäischen 19. Jh. in die globale Gegenwart. Latente Überbevölkerung sieht er in China und in vielen anderen Schwellenländern, wo eine massive Landflucht stattfindet. Sans-papiers, illegale Einwanderer und SchwarzarbeiterInnen sieht er als Ausdruck des neuen Pauperismus. Temporärangestellte und Langzeitarbeitslose sind die stockende Überbevölkerung.

In Zuge des globalen Wettbewerbs der ArbeiterInnen entsteht also eine Reservearmee von Menschen, deren Arbeitskraft das Kapital zu einem geringen Preis abschöpfen kann. Folge davon sind prekäre Arbeitsbedingungen, vermehrte Arbeitslosigkeit in den Ländern des Westens, Abbau des Sozialstaates und eine Machtsteigerung des konzentrierten Kapitals

Doreen J. Mattingly: Domestic Service and International Networks of Caring Labor
Der Text von Doreen Mattingly, die nach einer PhD in Geographie an der Clark University bei der „Department of Womens Studies“ angestellt ist, handelt um die ArbeitgeberInnen und Angestellten der Domestic Workers in Kalifornien.

Sie zeichnet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diese beiden Gruppen auf und beschreibt die Ursachen und Folgen ihrer Überlebensstrategien. Grundsätzlich wird die Hausarbeit (Putzen, Kochen, Kinder versorgen, etc) in den Familien als Rolle der Frau bzw. Mutter wahrgenommen. Seit der Neoliberalisierung ist aber die Sozialhilfe für arbeitende Mütter gestrichen worden. Deshalb sehen sich Frauen die (vollzeit) arbeiten gezwungen Domestic Workers anzustellen. Diese Lösung kann aber nur dann funktionieren, wenn die Angestellten Domestic Workers bedeutend weniger verdienen als die Arbeitgeberinnen selbst.

Diese Arbeitgeberinnen sind oft gut Ausgebildet, offizielle Bürger und verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen.

Die Domestic Workers sind oft arme, illegal eingewanderte Migrantinnen aus ärmeren Ländern. Dementsprechend haben sie keinen Anspruch auf die Sozialleistungen des Staates. Doch diese Frauen haben oft ebenfalls Familien zuhause und befinden sich in der selben Situation wie ihre Arbeitgeberinnen: Sie Arbeiten und brauchen deshalb Hilfe um zuhause die Hausarbeit zu erledigen. Allerdings haben sie kein oder kaum Geld womit sie jemandem anstellen könnten. Ihre Überlebensstrategie ist es Frauen aus der Familie oder Freundeskreis bei sich arbeiten zu lassen.

Beide Gruppen sind deshalb auf internationale Netzwerke angewiesen: Die wohlhabenderen, legalen Einwohnern sind von den illegalen Migranten aus ärmeren Ländern abhängig. Diese sind wiederum von den Netzwerke der Familien und Freunden aus dem jeweiligen Land abhängig. Beide Strategien fördern somit die Migration der Frauen.

Marc Höglinger: Schöne neue Arbeitswelt?

Der Zürcher Soziologe Marc Höglinger geht von der Beobachtung aus, dass immer mehr atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Schweizer Arbeitswelt Einzug finden. Ob diese neuen Arbeitsformen Zwänge oder Chancen darstellen ist seine leitende Frage.

Das Aufkommen atypischer Beschäftigungsverhältnisse haben einen Zusammenhang mit dem globalen Trend der Flexibilisierung der Arbeit. Damit wird die Tendenz gemeint, dass vermehrt variable Arbeitsbedingungen hinsichtlich Dauer, Umfang und Regelmässigkeit der Arbeit eingeführt werden. Beispiele dafür sind Temporärarbeit oder Arbeit auf Abruf. Die negative Konnotation des Flexibilisierungsbegriffs wurde besonders durch den amerikanischen Soziologen Richard Sennett bekannt gemacht. Er verband Flexibilität im Arbeitsbereich mit sinkender Arbeitsplatzsicherheit, häufigem Stellenwechsel, der Zunahme befristeter Anstellungsverhältnissen und im Allgemeinen mit Stress, Angst und Unsicherheit. Auf der anderen Seite kann die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse auch mit neuen Familienmodellen, veränderten Geschlechterrollen und individueller Lebensstile in Verbindung gebracht werden. Hier wären atypische Beschäftigungsverhältnisse positiv konnotiert und von den Betroffenen erwünscht.

Höglinger fragt sich nun, was die Gründe sind für die neuen Anstellungsformen. Er unterschiedet dabei zwischen strukturellen Erklärungsmodellen, die sich auf die Nachfrageseite, also auf die Sicht der Betriebe konzentriert, und individualistischen Bestimmungsgründe, die von der Angebotsseite, sprich den Erwerbstätigen ausgehen. Mit der Analyse staatlicher Erwerbsstatistiken versucht er den Triebkräften der Flexibilisierung der Arbeit auf die Spur zu kommen.

Anhand der drei atypischen Beschäftigungsverhältnisse Arbeit auf Abruf, befristete Beschäftigung und Scheinselbständigkeit zeigt Höglinger auf, dass die individualistischen Bestimmungsgründe weniger Erklärungskraft haben als jene, die von strukturellen Gründen ausgehen. Das heisst also, dass Faktoren wie Branchenzugehörigkeit oder berufliche Qualifikationen bestimmend sind, ob jemand ein atypisches Anstellungsverhältnis eingeht und weniger seine persönliche Motivation.

Damit kommt Höglinger zum Schluss, dass die neuen, atypischen Arbeitsverhältnisse eher auf strukturellen Zwängen basieren und weniger individuelle Chancen darstellen.

Thesen
  • Flexible Arbeitsverhältnisse sind das Mittel des Kapitals, Arbeitsgesetze und Sozialpartnerschaft zu umgehen und den Angestellen prekäre Arbeitsbedingungen aufzuzwingen. Dazu wird bewusst die Angst vor Arbeitslosigkeit geschürt.
  • Die Globalisierung der Arbeit führt zu einem gerechten Ausgleich des Reichtums. Wenn die Produktion in Niedriglohnländer verlagert wird, kommt das den Menschen dort zu Gute. Mit den Löhnen werden sich auch soziale Leistungen weltweit auf dem gleichen Niveau einpendeln.


Protokoll

Die Doppelstunde gliederte sich so, dass zunächst der Text von Christian Zeller (2008) und danach der von Doreen Mattingly (2006) der Gruppe zusammenfassend dargestellt wurde. Danach folgte die Diskussion im Plenum entlang zweier Thesen.

These1: Flexible Arbeitsverhältnisse sind das Mittel des Kapitals, Arbeitsgesetze und Sozialpartnerschaft zu umgehen und den Angestellten prekäre Arbeitsbedingungen aufzuzwingen. Dazu wird bewusst die Angst vor Arbeitslosigkeit geschürt.


Angeregt wurde die Diskussion mit dem Einwand, dass der Zeitungsartikel zu „Nokia ist ein Warnzeichen“ in die WELT 2008, genau das Gegenteil behaupte und nicht der Unternehmung, sondern dem Staat die Schuld für die neuen Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen Angstmacherei sei, indem er als seiner Verantwortung nicht genüge [hier wird ans Argument „der Aufgaben der öffentlichen Hand mit Lohnsubventionen, Steuererleichterung“ etc. angeknüpft].

Darauf hin wurde die Frage gestellt, was denn mit Flexible Arbeitsverhältnisse genau gemeint sei? Worauf einige Antworten fielen, die zeigten, dass eine Begriffsklärung angebracht wäre.

Antworten:
  • Die Definitionen seien unterschiedlich. Je nach Standpunkt schliesse die Definition in den Diskursen um Flexible Arbeitsverhältnisse, Teilzeitarbeit oder auch Arbeit auf Abruf mit ein. Im Prinzip alles was nicht dem normalen Arbeitsverhältnis entspricht.
  • Mit Verweis auf den Text von Höglinger (2006) wird eingebracht, dass damit Teilzeitarbeit gemeint ist und es wurde angefügt, dass dieser Begriff negativ konotiert sei. Das v.a. aus dem Grund, dass diese Art Arbeitsverhältnis die Sozialsysteme aushöhle und zu neuen Unsicherheiten führt. Damit hat der Kapitalismus auch wieder an Macht gewonnen.
  • Ein anderer Einwand liess verheissen ,dass in der Forschung Teilpensen z.T. sehr erwünscht seien und dass viele Stellenangebote den Status „Arbeitsstelle auf beschränkte Zeit“ hätten. Damit erhielte der Begriff wieder eine andere Dimension als im Falle von Höglinger.
  • Ein anderer Input verwies darauf, dass Teilzeitarbeit eine Begriffsdefinition sei, die je nach Perspektive unterschiedlich sei, denn vom Arbeitgeber her gesehen, seien Teilpensen und Teilzeitarbeit nicht unbedingt als flexibel einzustufen.
Danach wurde die zweite These dem Plenum vorgestellt.

These2: Die Globalisierung der Arbeit führt zu einem gerechten Ausgleich des Reichtums. Wenn die Produktion in Niedriglohnländer verlagert wird, kommt das den Menschen dort zu Gute. Mit den Löhnen werden sich auch soziale Leistungen weltweit auf dem gleichen Niveau einpendeln.
  • Darauf hin wird darauf Aufmerksam gemacht, dass im Text von Nokia in „Die Welt“ ein anderes Argument falle, nämlich, dass es nicht zu einem Ausgleich des Reichtums komme, sondern lediglich zu einer Umverteilung.
  • Die welche die These aufgestellt haben, erklären schnell was damit gemeint ist. Hinter dieser These verbirgt sich die Logik, dass Globalisierung dazu führe, dass es zu einer bestimmten Nivelierung des Wohlstandes käme, in dem in Sozialsysteme und Arbeitsplätze der anderen Länder neue Gelder fliessen. Die Konsequenz die sich daraus für westliche Länder ergibt, sei einfach mehr Arbeitslosigkeit.
In der Folge entsteht eine Diskussion um den Begriff „Nivellierung“, Arbeit und Kapital.
  • Das Argument, bis eine solche Nivellierung erreicht ist, heisst dies nach wie vor eine enorme Ungleichberechtigung, da dies trotzdem zu einem enormen Gewinn/Zufluss von Geldern an die Kapitalherrschenden über längere Zeit bedeutet.
Es wird die Frage ins Plenum geworfen was geschehen würde, wenn es zu einer Umordnung der Kräfteverhältnisse käme, bzw. was wenn eine total egalitäre Gesellschaft entstehen würde? Momentan funktioniere der Markt ja so, dass bei einer Krise das Kapital einfach in einen neuen Sektor investiere, um dort Gewinn maximierend einen neuen Kreislauf anzukurbeln.
  • Gegeneinwand: Bei Nivellierung, müssten neue Ideen generiert werden die bestimmen wo das Kapital hinfliessen soll und wie es verteilt werden muss, um einen Markt am Leben zu erhalten.
  • Die Frage stellt sich wie erwünscht Nivellierung ist. Der Sozialstaat funktioniert nur dank eines kapitalistischen Systems, das weniger gut bezahle Arbeitskräfte hat. Kapitalismus funktioniert nur wenn Konkurrenz besteht.
  • Ein Beispiel wird eingebracht, dass veranschaulicht, dass die Diskussion um Arbeit und Kapital nicht so einfach zu führen ist. Das Bsp. der Deutschen Bank die vor einigen Jahren x Entlassungen tätigte, einige Monate/Jahre später, als die Geschäfte wieder besser liefen, im Gegenzug mehr neue Arbeitsplätze geschaffen hat, als sie zum Zeitpunkt der Entlassungen streichen musste. So gesehen wäre das Verhältnis Arbeit und Kapital wieder zu relativieren.
  • Darauf hin wird der Einwand gebracht, dass in der Diskussion um Arbeit und Kapital aber auch andere Faktoren zu berücksichtigen seien, ausser reiner Zahlen. Mehr Arbeitslose heisst auch, dass mehr Menschen bereit sind, für schlechte Löhne zu arbeiten. Die Konkurrenzfragen haben sich mit der Globalisierung verschärft, und das v.a. in den untersten Schichten. Dies ist besonders tükisch, da diese, im Gegensatz zu den mittleren und oberen Schichten keine Reserven haben. Die unteren Schichten sind direkt von den Arbeitsplätzen abhängig und dieser Konkurrenzdruck habe auch zu einer grösseren Segregation unter den Schichten geführt.
  • Es wird das Argument eingebracht, dass Globalisierung ja auch heissen kann, dass neues Wissen und Technologien in andere Länder die bis jetzt weniger davon profitiert hätten, transferiert wird und dies eine Chance darstellen könnte.
  • Gegenargument: Diese Vorstellung sei mehr eine schöne Utopie. Der Nutzen liegt nach wie vor in erster Linie beim Kapitalgeber und damit ist dieser Transfer nur eine bestimmte Art kontrollierter Entwicklung. Die Machtsteuerung liegt also nach wie vor beim Kapital.

Die Diskussion wird nun wieder übergeführt zum Thema „Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse“. Es wird die Frage gestellt, ob unsere Generation dieses Prinzip schon so inkorporiert hat, dass wir diese Flexibilisierung gar nicht hinterfragen?

Doch zuvor wird noch angefügt, dass „normale Arbeitsverhältnisse“, eine Errungenschaft der Nachkriegszeit sei und daher auch gar nicht so lange etabliert.

Zur Diskussion um „Flexible Arbeitsverhältnisse“:
  • Auch hier fällt der Einwand der Perspektivenfrage. Für Studenten heissen flexible Arbeitsverhältnisse i.d.R. etwas Gutes. Aber für die 700`000 „working poor“ in der CH, heisst dies ein Anstieg an Existenzängsten.
  • Ein Vergleichsargument mit dem Verweis auf die Situation in Deutschland fällt. Durch diese „Flexiblen Arbeitsverhältnisse“ wird ein grosser psychischer Druck ausgeübt der auch das Konkurrenzdenken und –verhalten ankurbelt. Als Bsp. wird verwiesen auf den Druck im CV Praktikas, Fremdsprachenkenntnisse und ein möglichst grosses Know how aufführen zu müssen, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können.
  • Der Flexibilitätsdruck kann aber auch positiv gesehen werden, so ein Gegenargument. Im Sinne einer möglichen beruflichen Umorientierung.
  • Hier wird der Einwand gebracht, dass es eine Frage der Position im Arbeitsmarkt ist, Fabrikangestellter vs. Manager.
  • Ein Bsp. von negativen Auswirkungen der flexiblen Arbeitsverhältnisse und der Konkurrenzsituation ist das, von Praktikums Studenten in Österreich (Das Bsp. bezog sich auf einen konkreten Kontext der hier nicht angeführt ist). Viele Konkurrenz und nur wenige Praktikumsstellen führt in diesem Bsp. dazu, dass die Kapitalbesitzer, die Unternehmen, von billigen Praktikanten profitieren können, indem sie jährlich neue Studenten bzw. Uniabgänger mit dem aktuellen Know how an Uniwissen anstellen. Somit erwirtschaften sie mit wenig finanziellen Ausgaben, einen einfachen und effizienten Gewinn für die Unternehmung.
Die Diskussion verschiebt sich hin zum Thema „Angst“ die durch Konkurrenzdruck und flexible Arbeitsverhältnisse genährt wird. Es stellt sich die Frage woher die Angst kommt, was sie mit uns macht und was sie genau erzeugt.
  • Angst erzeugt Persistenz des Systems
  • Angst ist ein Gefühl dass durch Wissen, aktuell durch das Wissen um die Krise, genährt und aufrecht erhalten wird.
  • Produziert wird es v.a. durch die Medien, gerade auch in der aktuellen Krise des Finanzwesens und der Weltwirtschaft. Im Bsp. von Deutschland wirkt das Zusammenwirken von medial übertragenen Bildern der Arbeitslosigkeit und des Images der marginalisierten Gruppe in der Öffentlichkeit, so ein Kommentar.
  • Ein neuer Input fällt. Demokratische Schulsysteme und Institutionen im Allgemeinen unterdrücken den „kindlichen“ Antrieb „Warum-Fragen“ zu stellen, weil das System einem immer wieder impliziert wie es funktioniert und wie im Gegenzug dazu Individuen im System auch zu funktionieren haben.
Diese Bemerkung bietet neue Anknüpfungspunkte um die Diskussion um Passivität der von den ausgrenzenden Mechanismen betroffenen Gruppen und der Persistenz des kapitalistischen Systems. Die Diskussion verliert sich aber vorher.

Die Doppelstunde wird anschliessend beendet.


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