Köniz bei Bern mit Kameras gegen Gewalt

Julie Brunner, Der Bund, 11.2.09


Köniz prüft die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen


Jugendgewalt ist auch in Köniz ein Thema. Ein entsprechender Vorstoss des Jugendparlaments wurde am Montag im Könizer Parlament verhandelt.

Wie häufig kommt Jugendgewalt in Köniz vor, und was wird dagegen unternommen? Diese Fragen richtete das Jugendparlament (Jupa) in einem Vorstoss an den Gemeinderat ("Bund" vom 26. Januar). Am Montag wurde er vom Parlament behandelt. Zu reden gab insbesondere die mögliche Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Der Gemeinderat prüft ein Pilotprojekt, bei dem öffentliche Plätze, wie Schulen und Bahnhöfe, von Kameras überwacht würden. Im Parlament waren dazu unterschiedliche Meinungen zu hören. "Das Pilotprojekt soll gestartet werden", verlangte etwa Hans-Peter Kohler (fdp). Prügler und Vandalen würden von Kameras abgeschreckt, davon sind auch die Vertreter des Jugendparlaments überzeugt. Martin Gerber (sp) zeigte sich dagegen skeptisch. "Videokameras sind fix, die Jugendlichen aber mobil." Die Probleme würden sich einfach an andere Orte verlagern. Die Überwachung durch Menschen sei daher effektiver als jene durch Kameras.

"Das Projekt kann nicht sofort gestartet werden", hielt Gemeinderat Ueli Studer (svp) fest. Der Grosse Rat des Kantons Bern habe zwar einen Beschluss gefasst, der die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen ermögliche. Allerdings müsse der Regierungsrat noch eine entsprechende Verordnung ausarbeiten. Diese sei nicht vor Mitte Juni zu erwarten. Studer erklärte zudem: "Projekte zur Videoüberwachungen müssen vom Kanton bewilligt werden."

In seiner Antwort auf den Vorstoss verwies der Gemeinderat ausserdem auf die bereits geleistete Präventionsarbeit. Genannt wurden etwa die runden Tische oder das Projekt "Cool in Köniz, cool in Wabern". Zudem soll noch in diesem Jahr eine Sicherheitsstudie in Angriff genommen werden. Die Interpellanten erklärten sich mit der Antwort "teilweise befriedigt".


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